FAQ

Etikett - Was bedeuten Angaben wie „SPIELBERG“ oder „HONIGSÄCKEL“ auf dem Etikett ?

Etikett - Warum tragen manche unserer Weine keine Lagenbezeichungen ?

Analysewerte – Was ist das und wo finde ich Angaben zu den Weinen über ihren Alkohol-, Fruchtsäuren- oder Restsüßegehalt ?

Korkgeschmack – Was ist das und was mache ich mit Wein, der nach Korken riecht ?

Wie und in welcher Reihenfolge probiert man mehrere Weine in einer Weinprobe ?

Warum tragen unsere Weine nicht die Bezeichnung „im Barrique gereift“ ?

Warum verwenden wir bei trockenen und halbtrockenen Weinen keine Prädikate mehr ?

 

 

Etikett - Was bedeuten Angaben wie „SPIELBERG“ oder „HONIGSÄCKEL“ auf dem Etikett ?

Wer kennt sie nicht die klangvollen Namen Pfälzer Weinlagen wie „Dürkheimer Spielberg“, „Kallstadter Saumagen“, „Forster Kirchenstück“ oder „Deidesheimer Paradiesgarten“. Alle „Lagen“ sind Bezeichnungen für einen bestimmten Bereich von Weinbergen, die zu einer bestimmten Gemeinde gehören. Der Ursprung dieser Zusammenfassung von Weinbergen zu einem Oberbegriff liegt oft in der Gleichartigkeit des Bodens (Kallstadter Kreidekeller), deren räumlicher Anordnung (Dürkheimer Spielberg) oder gar ganz einfach am (früheren) Eigentümer oder Anwohner (Dürkheimer Nonnengarten). Die Qualität eines Weines wird maßgeblich durch das geprägt, was der Rebstock mit seinem ausgeprägten Wurzelwerk aus den Mineralien und Nährelementen des Bodens aufzunehmen vermag. Der Wein spiegelt somit wie kaum ein anderes Naturprodukt in einzigartiger Weise die Lage und den Boden wider, auf dem er gewachsen ist. Schon mit ein wenig Übung lassen sich auch für ungeübtere Weintrinker die Eigenarten einer Lage in jedem Jahrgang wiedererkennen. Der Begriff der Lage umfasst gleichsam die Wirkung des dort vorherrschenden Klimas und der Exposition des Weinbergs zur Sonne (Hanglage) und – ungleich bedeutsamer – den Einfluss der Bodenart und des Bodenaufbaues auf den späteren Wein...

 

Etikett - Warum tragen manche unserer Weine keine Lagenbezeichungen ?

Trägt ein Wein keine Lagenbezeichnung, ist das meist darin begründet, dass der Wein aus verschiedenen Lagen stammt. So entstehen oft Weine, die viele Eigenschaften der unterschiedlichen Böden in sich vereinen und somit zu ausgeglicheneren und vielschichtigeren Typen werden, als die einzelne Lage für jene Rebsorte bieten könnte.

 

Analysewerte – Was ist das und wo finde ich Angaben zu den Weinen über ihren Alkohol-, Fruchtsäuren- oder Restsüßegehalt ?

Eigentlich ist beim Wein der Geruch und Geschmack das wichtigste. Dennoch sind die „inneren“ Werte beim Weingenuss nicht uninteressant. Sie können dem Experten nach der Verkostung letzten Aufschluss darüber geben, warum einzelne geschmackliche Eigenschaften besonders oder wenig ausgeprägt sind und in welchen Ausmaß der Wein reifen kann und wird. Auch können sie bei der Beschreibung über einen nicht vorliegenden Wein dem erfahrenen Weintrinker eine erste, wenn auch kleine Vorstellung über den Typ des Weines liefern. Dennoch ist keine Analyse so wichtig und eindeutig wie die durch die Zunge...

Sie finden die Analysewerte unserer Weine auf den jeweiligen PDFs in der Rubrik : WEINE „ (Link)

 

Korkgeschmack – Was ist das und was mache ich mit Wein, der nach Korken riecht ?

Beim Stoffwechsel von Mikroorganismen, die im Kork sitzen, kann ein Produkt namens 2,4,6 Trichloranisol entstehen, eine Verbindung, die von Menschen auch in geringer Konzentration als unangenehm wahrgenommen werden. Berührt der Korken nach dem Abfüllen den Wein, so kann sich der Korkton in der Flasche ausbreiten. Mit der Folge, dass er die eigentlich Frucht des Weines überdeckt und er muffig, erdig, nach Kartoffelkeller, gelegentlich auch staubig riecht und schmeckt. Kein Naturkork ist gegen diesen Befall gewappnet, auch die aufwändigsten Prüf- und Qualitätsverfahren der Hersteller können nicht verhindern, dass beim Naturprodukt Kork vereinzelt ein bisschen „zu viel Natur“ mitspielt.

Grundsätzlich verwenden wir bei jedem Wein Korken von zwei oder mehreren verschiedenen Lieferanten, um das Risiko eventueller „Problemchargen“. Ebenso haben wir so von Zeit zu Zeit immer wieder die Möglichkeit verschiedene bzw. neue Lieferanten auf ihre Qualität hin zu testen.

Daher ist es sehr wichtig für uns den Lieferanten des Korkens der Ihre Probleme verursacht hat mit Ihrer Hilfe zu identifizieren. Jeder Korken trägt zu diesem Zweck außer unserem Logo noch ein kleines Kürzel des Lieferanten. Falls Sie also eine Flasche mit einem Korkton geöffnet haben, so wäre es für uns wichtig, diesen Hinweis zu erhalten, um den Lieferanten darauf hinweisen zu können oder ggf. Ersatz zu fordern. Für Ihre Mithilfe sind daher sehr dankbar. Rufen Sie und an oder senden Sie uns eine Mail ! Selbstverständlich werden Flaschen mit Korkgeschmack durch uns ersetzt.

 

Wie und in welcher Reihenfolge probiert man mehrere Weine in einer Weinprobe ?

Eines der wichtigsten Dinge, die man für eine gelungene Weinprobe benötigt, ist ganz einfach Zeit und Muße sich für einige Stunden in die Welt des Weines zu begeben und einfach den Alltag zu vergessen. Denn je entspannter man sich einer solchen Probe widmen kann, desto eindrucksvoller und besser sind die Sinneseindrücke wahrzunehmen und zu genießen. Also, nehmen Sie sich einen Abend mit Freunden oder ganz einfach Ihrer Familie Zeit, um die drei verschiedenen Tropfen in Ruhe zuerst sachte zu verkosten und anschließend gemütlich die Eindrücke bei paar Gläschen der vorher probierten Weine zu „verfestigen“.

Grundsätzlich sollte man dafür einen Raum wählen, der nicht allzu stark von irritierenden oder gar fremdartigen Gerüchen geprägt ist, so dass jeder Teilnehmer sich ganz auf die Düfte des Weines konzentrieren kann und nicht etwa abgelenkt wird. Auch sollte Rücksicht auf Nichtraucher genommen werden, da gerade sie durch Zigarettenrauch oft stark in ihren Eindrücken beeinflusst werden... .

Der Wein sollte schon längere Zeit in ruhiger Lage verbracht haben, d.h. nicht gerade durch eine lange Autofahrt „durchgeschüttelt“ worden sein. Seine Temperatur sollte in etwa 12-14° Celsius betragen, wobei es nicht auf die absolute Temperatur ankommt, sondern vielmehr, dass alle Weine annähernd die gleiche Temperatur haben. So kann man Weine viel einfacher vergleichen. Das Glas sollte möglichst ungefärbt sein, gleiches gilt für den Stiel und eine eventuelle Bedruckung. Denn nur so kann man die feinen Farbnuancen ausreichend erkennen. Damit sich die Blume (Geruch des Weines) nicht allzu schnell verflüchtigt, ist es von Vorteil, wenn das Weinglas oben etwas zusammenläuft und die Düfte somit gebündelt werden. Am besten öffnet der Weinprobenleiter die Flaschen einige Zeit vor Beginn, um durch eine kurze Probe festzustellen, ob der Korken, geruchs- und geschmacksneutral gegenüber dem Wein war.

Am besten stellen Sie noch etwas zum knabbern bereit, um somit zwischen den Proben, wie etwa durch einfaches Weiß- oder auch Vollkornbrot, die Zunge zu neutralisieren. Von Käse oder ähnlichen Speisen mit starkem Eigengeschmack raten wir während der eigentlichen Probe ab, im Anschluß an die Probe „beim Nachtrinken“ sind solche Speisen je nach Ihrem Geschmack natürlich kein Problem.

Die Reihenfolge der Probe hängt sehr stark von dem Sortiment ab, dass Sie zu verkosten wünschen. So kann man die Weine nach ihrer Thematik ordnen (z.B. verschiedene Rieslinge von jung nach alt probieren oder von leicht bis kräftig im Alkohol). Wenn keine süssen Weissweine) in der Probe sind („halbtrocken“ zählt noch nicht dazu), degustiert man am Besten von weiß nach rot, denn rote Weine beanspruchen die Geschmacksnerven sehr stark. Eventuell kann man süsse Weissweine auch den Roten nachstellen. Bei Süssweinen probiert man in der Süßegradation von wenig hin zu denen mit viel Süsse. Natürlich kann sich jeder Probenleiter die Reihenfolge selbst zusammenstellen, je nachdem, nach welchen Kriterien man probieren möchte. Sie werden sehen, mit ein bißchen Logik und Erfahrung können Sie ganz leicht selbst die Reihenfolge der Weine bestimmen.


Warum tragen unsere Weine nicht die Bezeichnung „im Barrique gereift“ ?

Das Barrique (kleine Holzfass von 225-300 Liter Inhalt) wird während seiner Herstellung an der Innenseite stark erhitzt („getoastet“). Hierdurch werden die Holzinhaltsstoffe verändert und es bilden sich Aromen, die neben den ursprünglichen Holzkomponenten das Aroma des Weines unterstützen. Mit der Anzahl der Belegungen durch verschiedene Weine und die Verweildauer des Weines im Fass, ergibt sich ein weitläufiger Begriff der „Reife im Barrique“: Der Wein kann bei der Verwendung neuer Fässer von starker Aromatik nach Rauch, Zederholz und Vanille bestimmt sein; bei Fässern die schon zum fünften oder sechsten Mal mit Wein belegt wurden (Verweilzeit pro Wein ca. 18 Monate), ist der direkte Einfluss des Holzes kaum oder gar nicht mehr wahrnehmbar. Hier spielt nur noch die Sauerstoffeinwirkung zur Reifung des Weines eine Rolle, was aber auch in einem großen Holzfass bei genügender Verweildauer erreicht werden kann. So kann die Bezeichnung „im Barrique gereift“ unseres Erachtens keine Aussage über den Wein treffen und führt im Gegenteil oft zu Fehlinterpretationen über das vermeintliche Geschmacksbild des Weines.

 

Warum verwenden wir bei trockenen und halbtrockenen Weinen keine Prädikate mehr ?

Die Prädikatsbezeichnungen wie z.B. „Kabinett“ oder „Spätlese“ sind fast ausschließlich anhand der Öchslegrade - also dem Zuckergehalt der Trauben - definiert. Allein daran die Güte eines Weines zu bemessen erscheint uns (und vielen Kollegen) allerdings fraglich. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass Prädikate nur begrenzt eine Aussage über die tatsächliche Qualität des späteren Weines geben können. Denn der Charakter wird vielmehr bestimmt durch die Güte und Zusammensetzung des Bodens, die Besonderheiten eines Jahrgangs, das Aromapotential und des idealen Reifezustandes der Trauben bei der Ernte. All dies prägt neben der Handschrift des Winzers das Erscheinungsbild eines Weines. Und letztlich sollten es die Typizität, die Eigenarten und Besonderheiten eines Weines sein, die uns faszinieren – und weniger das angeblich „objektive“ Kriterium des bloßen Zuckergehaltes der Trauben.

Kann Qualität doch nie objektiv sein – sie ist immer subjektiv. Subjektiv, da abhängig von dem individuellen Geschmack des Weintrinkers und seinen Bedürfnissen für verschiedene Anlässe. Ergo definiert jeder seinen eigenen, subjektiven Qualitätsanspruch an den Wein. Warum sollte an einem heißen Sommertag ein Wein mit 13%vol Alkohol „besser“ sein als der mit 11%vol. ? Hier definiert der Anlass seine Qualität für diesen Moment.

Auch als Hilfe zur Beurteilung über die Alkoholkonzentration oder „die Schwere“ eines Weines können Begriffe wie „Kabinett“ oder „Spätlese“. Denn auch ein Kabinett oder gar der vermeintlich noch „einfachere“ QbA kann durchaus mit 13,5% vol, Alkohol ausgestattet sein, denn Prädikate erfordern lediglich ein Mindestmostgewicht. Eine Obergrenze existiert nicht. Gerne wird diese Situation ausgenutzt um bei Vergleichsverkostungen mit einem „übertriebenen“ oder „tiefgestapeltem/herabgestuften“ Wein aus der Kategorie „SPÄTLESE“ in der Kategorie „KABINETT“ zu punkten. Denn der körperreichere Wein wird in vergleichenden Proben (auch unter Profis !) nahezu immer besser bewertet...

Die allzu starre Ausrichtung an den Prädikaten kann im Sinne einer professionellen Weinbereitung auch durchaus Probleme bereiten: Dann nämlich, wenn die Trauben in regenreichen Herbsten von Fäulnis bedroht sind oder in sehr heißen Jahren zu schnell ihre Fruchtsäuren abbauen. In beiden Fällen kann eine frühere Lese im Sinne des Weingeschmacks und der Traubengesundheit sinnvoll sein. Unsinnig wäre es hier auf Kosten der Traubengesundheit noch länger der Ernte zu zuwarten nur um den angeblich höherwertigen Qualitätsbegriff zu erreichen. Trotz höherem Mostgewicht ( = Prädikat) wäre der Wein nicht „besser“. Denn Aromatik und Charakter des Weines leiden immer durch Überreife oder gar Verderb von Trauben.

Wir haben uns im Jahrgang 2006 entschlossen, bei trockenen und halbtrockenen Weinen gänzlich auf die Verwendung von Prädikaten zu verzichten. Bei den edelsüßen Weinen wollen wir sie derzeit gerne beibehalten, weil die Konzentration der Fruchtsüße hier in wertgebender Form nur durch den Erntezeitpunkt bestimmt werden kann. So können Prädikate in dieser Art von Weinen durchaus für den Weintrinker eine verlässliche Aussage treffen.

 

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